Fachbereich Umwelt- & Naturschutz
► zum Blühenden Band durch unser Land
Eine weltweite Studie mit Beteiligung der Georg-August-Universität Göttingen hat gezeigt, dass Pflanzen besonders viele Früchte und Samen hervor bringen, wenn möglichst viele unterschiedliche Arten frei lebender Bestäuber vorhanden sind. Honigbienen können diese wilden Bestäuber nicht ersetzen, sondern lediglich unterstützen: Die Forscher konnten nachweisen, dass der Blütenbesuch der wilden Bestäuber, insbesondere der Wildbienen, doppelt so effektiv ist wie der der Honigbienen. Zu den frei lebenden wilden Bestäubern zählen neben den Wildbienen Fliegen, Käfer, Schmetterlinge, Vögel und Fledermäuse. „Die Ergebnisse machen deutlich, dass eine ertragreiche Landwirtschaft nicht ohne Artenvielfalt auskommt“, so Prof. Dr. Teja Tscharntke, Leiter der Abteilung Agrarökologie der Universität Göttingen. „Es wäre sehr riskant, sich bei der Bestäubung von Nutzpflanzen alleine auf die vom Menschen gemanagten Honigbienen zu verlassen, deren Anzahl durch Parasiten und Pestizide in jüngerer Zeit stark beeinträchtigt wurde. Konzepte zur Förderung weltweiter Nahrungsmittelsicherheit sollten auch den Schutz frei lebender Bestäuber, namentlich der Wildbienen, berücksichtigen.“ Die vollständige Presseinformation der Georg-August-Universität Göttingen und den Hinweis auf den Originaltext der Studie von Garibaldi et al. (2013) finden Sie hier. Für unsere Initiative "Blühendes Band durch unser Land" bedeutet diese Studie, dass es von entscheidender Bedeutung ist, die Nahrungsgrundlage besonders für die frei lebenden wilden Bestäuber zu verbessern. Für diese Spezialisten ist die Auswahl gebietseigener Pflanzen unerlässlich, damit ihnen die für sie lebensnotwendigen Blühpflanzen in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Die invasiven Arten unter den Neophyten bedrohen die ursprüngliche Vegetation und sollten nicht länger als gute Bienenweide dargestellt, gepflanzt und damit verbreitet werden. Dies gilt besonders für das Indische Springkraut, den Japan- und Sachalin-Knöterich, die Kanadische Goldrute, den Riesen-Bärenklau und die Robinie. Wir fühlen uns mit unserer Initative für die Blütenvielfalt auch den nachfolgenden Generationen gegenüber verpflichtet, die Artenvielfalt im Pflanzen- und Tierbereich zu verbessern und zu erhalten.
Zuletzt geändert am 21.04.2013 |
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