Fachbereich Bienenweide, Umwelt- & Naturschutz
► zum Blühenden Band durch unser Land
Das Kreuz mit dem Kraut – Jakobskreuzkraut (JKK) auf dem Vormarsch Aufklärung und wirksame Bekämpfung sind dringend notwendig Nicht nur im Bereich des Grünlandes, sondern insbesondere auf Brachflächen und an Straßenrändern ist ein massives Ausbreiten des giftigen JKK zu beobachten. Landwirte und Pferdebesitzer, aber auch die Imkerschaft sollten genau über die Pflanze und wirksame Bekämpfungsmöglichkeiten informiert sein. Eine gezielte Aufklärung der Bevölkerung ist eine zusätzlich notwendige Maßnahme. Fläche mit Jakob-Kreuzkraut im Münsterland
Imker, deren Bienenvölker in der Nähe größerer Bestände von Jakobskreuzkraut stehen, sollten den eingetragenen Honig rechtzeitig vor der Blüte abschleudern oder abwandern. JKK enthält Giftstoffe: die leberschädigenden und krebserregenden Pyrrolizidin-Alkaloide (PA). Besonders gefährdet sind Pferde und Rinder, auf deren Weiden das Kraut wächst. Erfahrene Tiere meiden die giftigen Pflanzen wegen ihrer Bitterstoffe, nicht aber bei Futterknappheit und im frühen Stadium von bis zu acht Wochen, in dem noch keine Bitterstoffe, wohl aber PA vorhanden sind. Hinzu kommt, dass die Giftstoffe im Heu und in der Silage wirksam bleiben. Das Gravierende an diesen Stoffen ist, dass sie nicht ausgeschieden werden, sondern sich im Körper, vor allem in der Leber ansammeln. Dadurch führt auch die wiederholte Aufnahme von kleinen Mengen zu einer Vergiftung, die tödlich verläuft, da es keine Heilungsmöglichkeiten gibt. Über Bienen gelangten die giftigen PA in geringer Dosis bereits in deutsche Honige (Bundesinstitut für Risikobewertung, BfR). Als besonders hoch empfindlich reagierend werden vom BfR sowie auch von der WHO Kinder eingestuft. Da die PA auch milchgängig sind sowie in Eiern nachgewiesen werden können, sieht das BfR hier dringenden Forschungsbedarf.
Nektarsammelnde Biene auf Jakob-Kreuzkraut Die von Juni bis September leuchtend gelb blühenden Pflanzen breiten sich durch ihr extrem hohes Samenpotential und ihre höchst anspruchslosen Standort- und Klimabedingungen explosionsartig aus, sofern nicht rechtzeitig Maßnahmen zur Eindämmung ergriffen werden. Eine ausgewachsene Pflanze kann bis zu 150.000 Samen mit einer Keimfähigkeit von bis zu 20 Jahren produzieren. Ihre Flugsamen verbreiten sich über Wind und durch Mitnahme von Fahrzeugen. Mit ihren Haftflächen kontaminieren sie nachbarschaftliche Gras- und Wiesenflächen, die der Futtermittelgewinnung dienen oder aktuell beweidet werden und werden so zur Gefahr, selbst wenn der Bewirtschafter auf seinen Flächen gegen die vegetative Ausbreitung angeht. Zur Bekämpfung des JKK gibt es entsprechende Empfehlungen der Landwirtschaftskammer, wobei eine Bekämpfung in Naturschutzgebieten nicht erlaubt ist, da es sich um eine heimische Pflanze handelt. Die oben genannten Probleme zeigen auf, dass hier aus Verbraucher- und Tierschutzgründen dringender Diskussions- und Handlungsbedarf besteht um eine weitere explosionsartige Ausbreitung der giftigen Pflanze zu verhindern. Entscheidend für eine durchgreifende Bekämpfung ist eine genaue Pflanzenkenntnis um das JKK von anderen ähnlich aussehenden unproblematischen Blühpflanzen zu unterscheiden. Hinweise zu Informationsmaterial und Aktionen zur Bekämpfung des JKK:
Fotos: Hubertus Schlamann
Zuletzt geändert am 17.08.2015 |
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