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Landesverband Westfälischer und
Lippischer Imker e.V.


Fachbereich Zucht

 

Züchtertagung des Deutschen Imkerbundes

Verfasst am 16.04.2011

Kurzbericht Züchtertagung des DIB am 08. 09. und 10. April 2011 in Zwickau

Zu unserer Tagung waren 17 Tagesordnungspunkte angesetzt.
Den wichtigsten Punkt bildete die Gestaltung eines Gesamtzuchtwertes bei Ausgabe der Einzelzuchtwerte der geprüften Königinnen in der Zuchtwert-Datenbank Beebreed.eu .
Hierbei erklärte Prof. Dr. Bienefeld seine Vorstellungen und plädierte für eine besonders hohe Gewichtung der Varroatoleranzzuchtwerte in einem Gesamtzuchtwert. Vorgeschlagen wurde eine Gewichtungsverteilung der Einzelzuchtwerte von 15 % für jede der herkömmlichen Zuchtwerte Honigleistung, Sanftmut, Wabensitz, und Schwarmneigung. Die Varroatoleranzuntersuchungen Befallsentwicklung und Pinntest ergeben ja einen gemeinsamen Zuchtwert. Diesem Zuchtwert soll in Zukunft eine Gewichtung von 40 % zugeteilt werden. Durch diese Ungleichgewichtung der einzelnen Werte in einem Gesamtzuchtwert soll der Selektionsschwerpunkt verstärkt in Richtung erhöhte Varroatoleranz in der Körung verlagert werden. Jeder einzelne Züchter soll aber in Zukunft in der Lage sein eigene Gewichtungsgrößen vorzunehmen. Dadurch ergibt sich auf den Körscheinen ein anderer Gesamtzuchtwert. Es soll auch für diejenigen Zuchtköniginnen, denen keine Varroatoleranzuntersuchungen zuteil wurden Zuchtwerte zur deren Varroatoleranz ausgewiesen werden. Denn, es ist oft so, dass über die Vaterseite solche Zuchtwerte in das Gesamtbild einfließen können.  Über diesen Tagesordnungspunkt gab es lebhafte Diskusionen. Anfängliche Bedenken gingen dahin, dass von verschiedener Seite die Befürchtung ausgesprochen wurde, man wolle auf diese Art die Züchter zwingen Varroauntersuchungen an den Prüfvölkern vorzunehmen. Andere wiederum sahen eine Verwässerung der Ergebnisse, wenn auch die Königinnen, denen keine Varrotoleranzuntersuchungen zuteil wurden Varroa-Zuchtwerte erteilt würden. Bei der abschließenden Abstimmung zu diesem Tagesordnungspunkt kam es jedoch nur zu einer Gegenstimme. Die Vorstellungen der Bieneninstitute wurden also mit  überwältigender Mehrheit angenommen. Auch die Teilnehmer aus Westfalen – Lippe sprachen sich gemeinsam für ein solches Vorgehen aus.

Ein anderer Tagesordnungspunkt betraf die Merkmalsdatenbank
Es sollen die Merkmalsuntersuchungen in Zukunft nach einheitlicher Untersuchungsmethode in die neue Datenbank in Hohen Neuendorf eingegeben werden. So kann jeder, der einen Körschein aus dem System zieht gleich den dazu gehörenden Merkmalsbericht ausdrucken.
Die Merkmalsuntersuchungsstellen der Landesverbände sollen wenigstens 30 Untersuchungen jährlich eingeben.
Für jede Untersuchung die in das System eingepflegt wird, muss am Ende des Jahres 1,00 € an das Institut Hohen Neuendorf gezahlt werden.
Zur Zeit sieht es so aus, dass aus unserem Landesverband nur Andreas Le Claire aus Bochum diese Zahlen erreicht. Nach Anmeldung einer Untersuchungsstelle in unserem Landesverband soll auch diese der Frau Otto in Mayen angezeigt werden. Es soll ein Abgleich der Ergebnisse aus den Landesverbänden durchgeführt werden.
Die Anerkennungsrichtlinien für Merkmalsuntersuchungsstellen wurden von allen LV abgesegnet.

Noch ein Tagesordnungspunkt ist erwähnenswert.

Für hervorragendes Zuchtmaterial sollen in Zukunft einige Preise ausgelobt werden. Über die genauen Kriterien soll noch nachgedacht werden. Es wurde angeregt, dass die LV eigene Preise ausloben. Eventuell soll der höchste Durchschnitt der Gesamtzuchtwert einer Geschwistergruppe den 1. Preis des Landesverbandes gerechtfertigen.

Zur Varroa-Befallsentwicklungsuntersuchung gab es noch einen Tagesordnungspunkt
Bei der Befallsentwicklungsuntersuchung solle doch wenn möglich der Untersuchungszeitraum ausgedehnt werden. Der 15. 8. als Zeitraumende solle angestrebt werden Wenn der Entwicklung der Milben in den Völkern noch einen Monat mehr Zeit zugestanden würde, dann zeigen sich die Entwicklungsunterschiede eben entscheidend deutlicher.

Extrapunkt: Prof. Dr. Bienefeld: Vorstellung der Arbeiten zur genomischen Selektion von Bienen.

Es ist angestrebt, so wie bei der Rinderzucht bereits möglich, an definierten Genabschnitten  bestimmte Leistungen oder Eigenschaften der Bienen abzulesen, und so eine Selektionsendscheidung zu unterstützen.

Während wir, die Züchter und deren Vertreter der Landesverbände die Tagesordnungspunkte abgearbeitet haben, konnten unsere Frauen das Vogtland besuchen und dort das Stickereimuseum in Plauen.


Am Samstagnachmittag besuchten dann alle Teilnehmer das Horchmuseum in Zwickau.
Ein Mann in der Aufmachung des Autowerksgründers August Horch konnte in sehr interessanter Weise die Gründung und die Entwicklung des Autowerkes erklären.


Später besuchten wir noch die historischen Priesterhäuser von Zwickau und ließen den Tag dann im Brauhaus bei angeregten Diskusionen und geistigen Getränken ausklingen.


Der Sonntag- Vormittag war erfüllt von einem gemeinsamen Vortrag des Ehepaares DR .Gudrun und Prof. Dr. Nickolaus Königer.
Tittel: Der Drohn das unbekannte Wesen.
Wenn es um die neuesten Erkenntnissen zu biologischen Zusammenhängen in der Welt der Honigbienen geht, dann ist  sind die beiden Königers sicher erste Sahne.
Ich kann an dieser Stelle keine Zusammenfassung des Vortrages geben. Wenn aber über 2 Stunden das Publikum den Beiden so aufmerksam lauscht, wie wir es in Zwickau erlebt haben, und sich anschließen die Fragen an die Referenten über eine halbe Stunde hinziehen, dann wird jeder wissen, dass dieser gemeinsame Vortrag von zwei Spitzenkapazitäten der Bienenbiologie in seiner Wirkung und Beeindruckung nicht so schnell übertroffen werden kann.


Ich habe mir erlaubt die beiden zu einem Vortrag dieser Art nach Westfalen eizuladen und ich habe bereits die Zusage bekommen.

Am 22. Oktober 2011 anlässlich der Züchtertagung auf Haus Düsse können alle an der Biologie der Honigbienen und besonders der Drohnen interessierten, diesen Vortrag genießen. Tittel: Die inneren und äußeren Werte der Drohnen.

 
Also, halten sie sich bitten diesen Termin frei.

Heinz-Josef Klein-Hitpaß

 

Zuletzt geändert am 13.07.2011

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