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Landesverband Westfälischer und
Lippischer Imker e.V.


Fachbereich Bienenweide, Umwelt- & Naturschutz

 

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EFSA identifiziert Risiken durch Neonicotinoide für Bienen

Verfasst am 16.02.2013
Die Wissenschaftler der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) haben eine Reihe von Risiken für Bienen identifiziert, die von den drei Neonicotinoid-Insektiziden Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam ausgehen. Die Behörde wurde von der Europäischen Kommission mit der Bewertung der Risiken im Zusammenhang mit der Verwendung von Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam zur Saatgutbehandlung bzw. in Form von Granulat ersucht; dabei lag besonderes Augenmerk auf deren akuten und chronischen Wirkungen im Hinblick auf das Überleben und die Entwicklung von Bienenvölkern, den Auswirkungen auf Bienenlarven und das Bienenverhalten sowie auf den durch subletale Dosen dieser drei Wirkstoffe bedingten Risiken. In einigen Fällen konnte die EFSA aufgrund von mangelnden Informationen die Risikobewertung nicht abschließen.
Die Risikobewertungen konzentrierten sich auf drei wesentliche Expositionspfade: Exposition durch Rückstände in Nektar und Pollen der Blüten behandelter Pflanzen, Exposition durch Stäube, die bei der Aussaat behandelten Saatguts oder beim Streuen von Granulat entstehen, sowie Exposition durch Rückstände in der Guttationsflüssigkeit von behandelten Pflanzen. In den Fällen, in denen es der EFSA möglich war, die Risikobewertungen abzuschließen, kam sie gemeinsam mit wissenschaftlichen Sachverständigen aus den EU-Mitgliedstaaten für alle drei Wirkstoffe zu folgendem Schluss:
 
·      Exposition durch Pollen und Nektar: Nur die Verwendung bei Nutzpflanzen, die für Honigbienen uninteressant sind, wurde als akzeptabel erachtet.
 
·      Exposition durch Stäube: Ein Risiko für Honigbienen bestand bzw. konnte nicht ausgeschlossen werden, mit einigen Ausnahmen, wie bei der Verwendung für Zuckerrüben oder Nutzpflanzen, die in Gewächshäusern angebaut werden, und bei der Verwendung einiger Granulatformen.
 
·      Exposition durch Guttation: Nur die Risikobewertung für mit Thiamethoxam behandeltem Mais konnte abgeschlossen werden. Hier zeigen Feldstudien eine akute Wirkung auf Honigbienen, die dem Wirkstoff mittels Guttationsflüssigkeit ausgesetzt waren.
 
Die Schlussfolgerungen der EFSA enthalten Tabellen, in denen alle in der EU zugelassenen Verwendungen dieser drei Wirkstoffe zur Saatgutbehandlung sowie in Form von Granulat aufgeführt sind. Ferner ist für jeden Expositionspfad angegeben, in welchen Fällen ein Risiko festgestellt wurde, in welchen Fällen ein geringes Risiko festgestellt wurde und in welchen Fällen die Bewertung aufgrund mangelnder Daten nicht abgeschlossen werden konnte.
 
Die Wissenschaftler der EFSA haben auf Grund einiger Datenlücken eine wesentlich umfassendere Risikobewertung für Bienen vorgeschlagen. Insbesondere die Risiken für andere Bestäuber sollen zukünftig intensiver untersucht werden.
 
In einem Interview mit dem Infodienst Gentechnik äußerst sich Thomas Radetzki, Imkermeister der Imkerei Fischermühle und soeben mit dem Förderpreis Ökolandbau von Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner ausgezeichnet, zur Problematik der Pflanzenschutzmittel.
 
Professor Tautz, Bienenforscher an der Universität Würzburg und Leiter der dort ansässigen BEEgroup, befasst sich im Artikel "Pestizide dezimieren Insekten" (Die Welt kompakt - 30.Oktober 2012) mit den negativen Einflüssen auf die Biene.
 
Der niederländische Toxikologe Henk Tennekes hat sich mit dem Thema "Das Ende der Artenvielfalt - Neuartige Pestizide töten Insekten und Vögel" intensiv auseinandergesetzt. Beim Runden Tisch zum Thema "Bienensterben und Neonikotinoide" hat er im österreichischen Parlament ein Referat gehalten.
 
 
Umfassendes Informationsmaterial zur Risikobewertung durch die EFSA sowie zu Risiken von weiteren Pflanzenschutzmitteln finden Sie unter den folgenden Links:

 

Zuletzt geändert am 08.03.2013

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